Motten gehören zu der großen Insektenordnung
der Schmetterlinge (Lepidoptera = Schuppenflügler),
von denen es weltweit ca. 150.000 Arten gibt.
Gemeinsam ist allen Schmetterlingen die Beschuppung
des Körpers, insbesondere der Flügel
und die Entwicklung über ungeflügelte
Raupen und eine Puppenruhe zum fertigen Schmetterling.
Die systematische Gliederung der Schmetterlinge
ist wissenschaftlich umstritten, der Einfachheit
halber werden Schmetterlinge oft in Tagfalter
und Nachtfalter („Motten“) oder Kleinschmetterlinge
und Großschmetterlinge unterteilt.
Diejenigen Kleinschmetterlinge oder Motten, die
im Haushaltsbereich als Vorrats- oder Materialschädlinge
Bedeutung haben, gehören entweder zu den
Echten Motten (Tineidae) oder zu den Zünslern
(Pyralidae). Die Gemeinsamkeiten zwischen diesen
Mottenarten bestehen darin, dass sie als erwachsene
Insekten relativ klein und unscheinbar sind und
hauptsächlich Nachts oder in der Dämmerung
aktiv sind. Die erwachsenen Motten haben eine
kurze Lebensspanne von oft nur wenigen Tagen und
nehmen keine Nahrung sondern nur noch Wasser auf.
Die Materialschäden werden durch die Larven
(Raupen) verursacht. Die Entwicklung vom Ei über
mehrere Häutungsstadien bis zur Verpuppung
kann abhängig von der Umgebungstemperatur
mehrere Monate dauern.
Da alle Mottenarten zur Partnerfindung über
arteigene luftgetragene Duftstoffe (Pheromone)
kommunizieren, besteht durch den Einsatz synthetischer
Mottenpheromone die Möglichkeit, paarungsbereite
Motten auf Klebefallen zu locken, um einen möglichen
Befall zu erkennen. Im allgemeinen werden nur
Männchen angelockt. Pheromone werden in sehr
geringen Mengen abgegeben, sind unschädlich
und für den Menschen nicht wahrnehmbar.
Kleidermotten
Die Kleidermotte (Tineola bisselliella)
ist ein weltweit verbreiteter Schädling an
Textilien, Teppichen, Pelzen, Museumexponaten
und anderen Materialien, die zu mindestens 20
Prozent Fasern tierischer Herkunft enthalten.
Die Motte benötigt zu ihrer Entwicklung das
darin enthaltene Protein Keratin. Im Freiland
entwickeln sich Kleidermotten in Vogelnestern.
In modernen zentralgeheizten Wohnungen ist die
Kleidermotte der häufigste Textilschädling,
da sie im Gegensatz zu anderen Arten Trockenheit
erträgt.
Aussehen
und Lebensweise
Falter haben eine Flügelspannweite von 12
bis 16 mm. Die Vorderflügel sind glänzend
goldgelb gefärbt, die Hinterflügel graugelb.
Die Weibchen der Kleidermotte sind schlechte Flieger,
können aber schnell laufen. Ein Weibchen
legt bis zu 200 Eier, die 0,6 mm lang und oval
sind. Die Larven werden bis zu 10 mm lang, sind
gelblich-weiß gefärbt mit braunem Kopf.
Sie spinnen einen Köcher, der beidseitig
offen ist und auf der Unterlage befestigt ist
(im Gegensatz zur ähnlichen Pelzmotte (Tinea
pellionella), deren Köcher nur einseitig
offen ist und von der Larve getragen wird). Zur
Entwicklung über mehrere Häutungen benötigt
die Larve Temperaturen zwischen 10 und 33°C.
Bei 15°C dauert die Gesamtentwicklung 200
Tage, bei 30°C 70 Tage. Abhängig von
Umgebungstemperatur und Qualität der Nahrung
kann die Entwicklung bis zu zwei Jahre dauern.
Schäden an Textilien entstehen durch Lochfraß,
bei Pelzen werden die Haare an der Basis abgebissen.
Vorbeugung
Bevorzugt werden Textilien befallen, die lange
Zeit lagerten. Daher ist das regelmäßige
Öffnen einer Kleidertruhe und das Lüften
eine gute vorbeugende Maßnahme. Auch sollten
nur gewaschene oder gereinigte Textilien eingelagert
werden, denn Duftstoffe aus Schweiß und
ähnlichem dienen der Anlockung von ablagebereiten
Motten.
Mit Hilfe von insektizidhaltigem Mottenpapier,
das in Kleiderschränken ausgelegt wird, kann
ein Befall zuverlässig verhindert werden.
Natürliche ätherische Öle wie Lavandinöl
oder Zedernholzöl dienen der Prophylaxe,
denn diese Stoffe haben eine abschreckende Wirkung
auf Kleidermotten. Zum Einsatz kommen entweder
Duftstoffdispenser oder auch das natürliche
Trägermaterial wie Lavendelblüten oder
Zedernholzstücke in Kleiderschränken
oder Truhen.
Mit Hilfe von Pheromonfallen kann ein Vorhandensein
von Kleidermotten angezeigt werden und auch der
Befallsherd lokalisiert werden.
Bekämpfung
Zu einer erfolgreichen Bekämpfung ist es
wichtig, den gesamten Befallsherd zu erkennen
und zu behandeln. Dies geschieht entweder mit
insektizidhaltigem Mottenpapier oder mit Insektizidsprays
mit Residualwirkung. Natürlich ist genau
auf die Gebrauchsanweisung zu achten.
Die Lagerung befallener Textilien bei –20°C
über mehrere Stunden tötet alle Entwicklungsstadien
der Kleidermotte ab. Auch Lüften im Freien
hat eine positive Wirkung, denn Sonneneinstrahlung
wirkt insbesondere auf die Eier abtötend.