Motten gehören zu der großen Insektenordnung
der Schmetterlinge (Lepidoptera = Schuppenflügler)
von denen es weltweit ca. 150.000 Arten gibt.
Gemeinsam ist allen Schmetterlingen die Beschuppung
des Körpers, insbesondere der Flügel
und die Entwicklung über ungeflügelte
Raupen und eine Puppenruhe zum fertigen Schmetterling.
Die systematische Gliederung der Schmetterlinge
ist wissenschaftlich umstritten, der Einfachheit
halber werden Schmetterlinge oft in Tagfalter
und Nachtfalter („Motten“) oder Kleinschmetterlinge
und Großschmetterlinge unterteilt.
Diejenigen Kleinschmetterlinge oder Motten, die
im Haushaltsbereich als Vorrats- oder Materialschädlinge
Bedeutung haben, gehören entweder zu den Echten
Motten (Tineidae) oder zu den Zünslern (Pyralidae).
Die Gemeinsamkeiten zwischen diesen Mottenarten
bestehen darin, dass sie als erwachsene Insekten
relativ klein und unscheinbar sind und hauptsächlich
Nachts oder in der Dämmerung aktiv sind. Die
erwachsenen Motten haben eine kurze Lebensspanne
von oft nur wenigen Tagen und nehmen keine Nahrung
sondern nur noch Wasser auf. Die Materialschäden
werden durch die Larven (Raupen) verursacht. Die
Entwicklung vom Ei über mehrere Häutungsstadien
bis zur Verpuppung kann abhängig von der Umgebungstemperatur
mehrere Monate dauern.
Da alle Mottenarten zur Partnerfindung über arteigene
luftgetragene Duftstoffe (Pheromone) kommunizieren,
besteht durch den Einsatz synthetischer Mottenpheromone
die Möglichkeit, paarungsbereite Motten auf Klebefallen
zu locken, um einen möglichen Befall zu erkennen.
Im allgemeinen werden nur Männchen angelockt. Pheromone
werden in sehr geringen Mengen abgegeben, sind unschädlich
und für den Menschen nicht wahrnehmbar.
Vorratsschädliche
Motten
Dies sind die Motten, die auch als „Lebensmittelmotten“
bezeichnet werden. Neben der Mehlmotte (Ephestia kuehniella)
und anderen Motten aus der Gattung Ephestia ist der
bedeutendste Vorratsschädling in Haushalten in
Mitteleuropa die Dörrobstmotte (Plodia interpunctella).
Die Larven der Dörrobstmotte haben ein sehr breites
Nahrungsspektrum, das von Getreide über Trockenfrüchte,
Nüsse, Samen, Hülsenfrüchte bis hin zu
Schokolade, Kakao, Kaffe, Tee und Gewürzen reicht.
Die stammen vermutlich ursprünglich aus Westasien,
wurden aber mit dem Handel von Waren weltweit verbreitet.
Aussehen
und Lebensweise der Dörrobstmotte
Die Vorderflügel der Falter haben eine Spannweite
von 12 bis 18 mm. Sie tragen eine charakteristische
Musterung und haben rötlichbraune Spitzen.
Schon kurz nach dem Schlüpfen aus der Puppenhülle
paaren sich die Falter. Weibliche Falter locken
dazu männliche Falter mit luftgetragenen
Sexuallockstoffen (Pheromonen) an, die aus speziellen
Drüsen abgegeben werden und von speziellen
Rezeptoren an den Antennen der Männchen wahrgenommen
werden. Weibchen leben 100 bis 400 winzige Eier
auf geeignetes Substrat oder auch an die Außenseite
von Lebensmittelverpackungen. Die daraus schlüpfenden
gelblich-weißen Larven durchlaufen mehrere
Häutungen und richten Schaden in Lebensmitteln
durch Verschmutzung mit Kot und auch durch Gespinste
an. Bei einer Umgebungstemperatur von 20°C
messen die Raupen nach ca. 6 Wochen 14 bis 17
mm und verlassen das Nährsubstrat zur Verpuppung.
Die Puppen können bei ungünstigen Verhältnissen,
wie Kälte, Helligkeit oder hohen Populationsdichte
mehrere Monate ruhen.
Bekämpfung
Vorbeugende Maßnahmen sind das luftdichte Aufbewahren
von gefährdeten Lebensmitteln. Auch hilft es schon,
kleine Verunreinigungen wie Spuren von Mehlstaub zu
entfernen, denn die schlüpfenden winzigen Eiraupen
benötigen sofort Nahrung und verhungern schnell.
Allerdings können Lebensmittel schon beim Kauf
mit Eiern oder Larven kontaminiert sein.
Wird ein Befall entdeckt, müssen die befallenen
Lebensmittel sofort entfernt und die Umgebung sorgfältig
nach Spuren von Motten durchsucht werden. Nur wenn alle
Eier und Larven entfernt sind, kann es nicht wieder
zu einem Neubefall kommen.
Pheromonfallen
Durch den Einsatz von Pheromonfallen werden männliche
Falter zuverlässig angelockt und auf einer
Klebefläche festgehalten. Damit wird ein
Befall mit Dörrobstmotten angezeigt. Die
Hauptkomponente der Pheromonmischung der Dörrobstmotte
lockt auch Falter der Gattung Ephestia an. Durch
das Wegfangen der paarungsbereiten Männchen
kommt es gleichzeitig zu einer Reduktion der Mottenpopulation.
Andere
Bekämpfungsmethoden
Eine Schlupfwespenart ist ein Eiparasit der Dörrobstmotte.
Sie legt ihre Eier auf die Eier der Dörrobstmotte,
die dann gefressen werden. Die Schlupfwespe selbst tritt
wegen ihrer winzigen Größe selbst nicht in
Erscheinung.