Weiße Fliegen (Trialeurodes vaporariorum)
sind trotz ihres Namens weder Fliegen noch
Motten, wie aus ihrem Aussehen geschlossen
werden könnte. Vielmehr gehören
sie zu der systematischen Gruppe der Pflanzensauger
(Sternorrhyncha) und darin wiederum zu den
Mottenschildläusen (Aleurodina). Weiße
Fliegen sind 1-2 mm lang und vollständig
mit weißem Wachs bepudert. In Ruhe sind
die beiden gleichförmigen Flügelpaare
dachförmig über dem Rücken
zusammengefaltet, daher das mottenähnliche
Aussehen. Die Flügelspannweite beträgt
5 mm. Weiße Fliegen sitzen meist in
großer Zahl auf der Unterseite weicher
Blätter und fliegen bei Störung
auf, um sich bald wieder auf der Pflanze niederzulassen.
Sie haben auch die Fähigkeit zu springen.
Aussehen
und Vermehrung
Weiße Fliegen stammen ursprünglich
aus Mittelamerika, sind heute jedoch weltweit
auf Kulturpflanzen verbreitet. Von den Zimmerpflanzen
werden bevorzugt befallen: Azalee, Edelpelargonie,
Blausternchen, Heliotrop, Fuchsie, Schwertfarn
und auch Orchideen. In Gewächshäusern
werden vor allem Gurken, Tomaten und Salat
befallen. Die winzigen Eier (0,1 mm) der weißen
Fliege sind blaßgelb, später dunkelbraun
und werden fest im Blattgewebe verankert.
Im Sommer legt ein Weibchen pro Tag 4-7 Eier.
Die daraus schlüpfenden Larven sind zunächst
beweglich, bilden aber bei weiteren Häutungen
ihre Beine und Fühler zurück, um
eine festsitzende Lebensweise anzunehmen.
Die Larven sind dann oval abgeplattet, gelbgrün
und mit Wachsausscheidungen bedeckt und bilden
ein mit Borsten besetztes Puppengehäuse
aus dem dann das geflügelte Insekt schlüpft.
Die Entwicklungsdauer ist stark temperaturabhängig.
Bei 16°C beträgt die Abstand zwischen
den Generationen 60 Tage, bei 24°C nur
25 Tage.
Schäden
Alle Entwicklungsstadien der weißen
Fliege saugen an Blättern die fleckig
werden und bei starkem Befall vertrocknen.
Bekämpfung:
Im professionellen Pflanzenbau werden weiße
Fliegen mit Insektiziden bekämpft. Vermehrt
finden auch Klebefallen Verwendung, um weiße
Fliegen in Massen zu fangen oder um den Befallsverlauf
durch regelmäßiges Auszählen
der Fänge zu ermitteln (Monitoring).
Die Klebefallen sind gelb gefärbt, da
gelb eine anlockende Wirkung auf weiße
Fliegen hat.
Bei Topfpflanzen in Haushalten können
weiße Fliegen durch kleine Klebefallen
weg gefangen werden. Dabei ist es wichtig
die Klebefallen frühzeitig vorbeugend
anzubringen, bevor es zu einem Massenbefall
kommt. Auch ein zeitweiliges Kühlerstellen
von Topfpflanzen reduziert den Befall.