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Schädlinge Zecken Fragen und Antworten


Die Zecke kennt jeder, sie ist überall zu Hause, aber dennoch ist vieles von ihr nicht bekannt.

Was ist eine Zecke?
Wo lebt die Zecke?
Wann ist die Zecke aktiv?
Welche Vorsorgemaßnahmen sind empfehlenswert?
Welche Einstichstellen bevorzugt die Zecke?
Was tun bei einem Einstich?
Warum sind Zecken so gefährlich?
 
 
Was ist eine Zecke?
Weltweit sind über 800 Zeckenarten bekannt. In Deutschland befällt vor allem der zu den Schildzecken gehörende „Gemeine Holzbock” den Menschen, auf den sich die folgenden Abschnitte konzentrieren werden. Zecken sind ausgewachsen max. 4 bis 5 mm groß und leben in verschiedenen Entwicklungsstadien 2 bis 3 Jahre. Die Zecke gehört zur Klasse der Spinnentiere und wird den parasitischen Milben zugeordnet. Ihre Lebensweise als blutsaugender Parasit macht sie zu einem bedeutenden Krankheitsüberträger.
 
Wo lebt die Zecke?
Die Zecke lebt insbesondere am Waldrand, auf Lichtungen, an Bächen, in hohen Gräsern, Sträuchern und im Unterholz – hier trifft sie auf ihre Wirtstiere wie Füchse, Mäuse, Rehe oder Vögel. Heimisch ist der kleine Parasit aber auch in Hausgärten, städtischen Parkanlagen und auf Kinderspielplätzen, eingeschleppt durch Igel, Eichhörnchen oder Amseln. Die Zecke lässt sich – entgegen einer weit verbreiteten Meinung – nicht von Bäumen fallen, sondern sie lebt bodennah. Das Verbreitungsgebiet der Zecken erstreckt sich über Europa sowie Teile Nordamerikas und Asiens.
 
Wann ist die Zecke aktiv?
Zecken werden ab etwa sieben Grad munter. In Deutschland sind sie normalerweise von Frühjahr bis zum Spätherbst, in sehr milden Wintern aber auch schon im Januar oder bis Jahresende aktiv. Zecken mögen es gerne warm und feucht, so dass an sommerlichen Regentagen besonders viele Tiere unterwegs sind. Zecken werden in der Regel bis zu 3 Jahre alt. Da sie aber monatelang auf Nahrung verzichten können, erreichen einige auch ein Lebensalter von fünf Jahren. Zecken haben kaum natürliche Feinde, abgesehen von einigen Vogelarten und bestimmten Fadenwürmern.
 
Welche Vorsorgemaßnahmen sind empfehlenswert?
Zeckenstiche lassen sich zwar nicht komplett vermeiden, aber jeder kann einiges tun, damit es erst gar nicht so weit kommt: sich nicht im hohen Gras oder im Unterholz aufhalten, langarmige Oberteile und lange Hosen tragen, im Wald oder auf Wiesen Socken über die Hose ziehen, Sandalen nur mit Strümpfen anziehen, helle Kleidung bevorzugen (Zecken sind so besser zu sehen und können noch vor dem Biss entfernt werden), den Körper regelmäßig nach Zecken absuchen, insbesondere bei Kindern und bei freilaufenden Haustieren wie Katze oder Hund. Bei längerem Aufenthalt im Freien ist die Mitnahme einer Zeckenkarte empfehlenswert, um Zecken schnell und sicher zu entfernen.
 
Welche Einstichstellen bevorzugt die Zecke?
Zecken können mehrere Stunden auf dem menschlichen Körper herumkrabbeln, bis sie einen warmen, gern auch feuchten Ort mit möglichst dünner Haut gefunden haben. Beim Menschen sind das z. B. Achselhöhlen, Bauchnabel oder Leistengegend. Sie saugen meist drei bis fünf Tage und lassen sich dann einfach fallen.
 
Was tun bei einem Einstich?
Sollte es zu einem Stich gekommen sein, muss die Zecke so schnell wie möglich entfernt werden. Dabei darf sie – um ihren Darm nicht versehentlich zu leeren – nicht gequetscht werden. Öl, Klebstoff oder die Fingernägel sind komplett ungeeignet, aber auch Pinzetten oder Zeckenzangen sind schwierig in der Handhabung. Besser ist die praktische Zeckenkarte von Aeroxon im Kreditkartenformat, die es im Supermarkt und in Drogeriemärkten gibt. Sie entfernt das Tier mit einer Schiebebewegung einfach und sicher und lässt sich überall hin mitnehmen.
 
Warum sind Zecken so gefährlich?
Zecken können gefährliche Krankheiten übertragen. Die bekanntesten Infektionen sind Borreliose und FSME. Während die Übertragung der Borreliose-Bakterien überall möglich ist, treten Zecken, die mit einem FSME-Virus infiziert sind, vorrangig in Risikogebieten (Süddeutschland, Österreich, Schweiz, Ungarn, Tschechien und Schweden) auf.
Allgemeine Krankheitssymptome wie Kopfschmerzen, Müdigkeit, Fieber oder andere grippeähnliche Symptome, deuten möglicherweise auf eine Infektion durch einen Zeckenstich hin. Bis diese Symptome auftreten, können jedoch mehr als drei Wochen vergehen. Häufig, nicht immer, bildet sich eine ringförmige Hautrötung um die Einstichstelle (s. Borreliose). In jedem Fall sollten Betroffene dann einen Arzt aufsuchen.

FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) wird durch das FSME-Virus ausgelöst, das das zentrale Nervensystem des Menschen angreift. Nicht jede FSME-Infektion, die entgegen dem Namen auch im Herbst oder Frühjahr auftreten kann, führt zu einer schweren Infektion – warum manche Menschen erkranken und andere nicht, ist nicht geklärt. Aber: Je älter die Person, desto häufiger treten Komplikationen auf.
Die FSME, die medizinisch nicht behandelt werden kann, zeigt sich zunächst mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. In einigen Fällen greift das Virus das zentrale Nervensystem an, dann kann es zu einer Hirnhautentzündung (Meningitis) kommen, in besonders schweren Fällen sogar zu einer Gehirnentzündung oder einer Schädigung des Rückenmarks. Bis zu 20 Prozent der Klinikpatienten leiden auch langfristig unter bleibenden neuropsychologischen Schäden. Ein bis zwei Prozent der Patienten, deren zentrales Nervensystem befallen wurde, sterben. Die FSME-Viren befinden sich im Speichel der Zecke und können nach dem Biss sofort in die Wunde übergehen. Selbst das schnelle Entfernen der Zecke schützt nicht vor einer FSME. Bester Schutz ist eine Impfung, die von den meisten Krankenkassen bezahlt wird. Sie wird empfohlen in besonders gefährdeten Gebieten wie Bayern und Baden-Württemberg und für Personen, die dort Urlaub machen oder sich viel in der freien Natur aufhalten.

Borreliose ist die am häufigsten durch Zecken übertragene Infektion, sie wird durch das Bakterium Borrelia burgdorferi verursacht, das im Darm der Zecke lebt und Organe, Nervensystem, Gelenke sowie Gewebe befallen kann. In Deutschland erkranken jährlich Tausende - oftmals unerkannt, denn eine Borreliose zeigt verschiedenste Symptome, die auch bei anderen Krankheiten vorkommen. Insofern bezeichnet man die Borreliose als multisystemische Krankheit. Typisch, aber nicht zwingend, ist die Wanderröte, eine ringförmige Hautrötung, die erst Wochen nach einem Zeckenbiss auftreten kann. Weitere Symptome sind Fieber- und Kopfschmerzen sowie Mattigkeit. In schwereren Fällen können auch Hirnhautentzündungen, starke Schmerzen, Herzprobleme, Gesichtslähmungen und Gelenkentzündungen auftreten. Da es sich um eine bakterielle Erkrankung handelt, lässt sich die Borreliose gut mit Antibiotika behandeln, bei schwereren Verläufen durch mehrwöchige Infusionen.
Weniger als 25 Prozent aller Zecken tragen das Borreliose-Bakterium in sich, und nicht alle Borreliose-Bakterien führen zu einer Erkrankung. Anders als die FSME kann Borreliose aber überall vorkommen, insofern gibt es keine Gebiete mit geringem Risiko. Da die Zecke diese Erreger erst nach zwölf bis 24 Stunden auf ihren Wirt überträgt, wird durch schnelles Entfernen der Zecke das Risiko einer Borreliose-Erkrankung stark reduziert.
 
Mehr Informationen über zeckenübertragende Erkrankungen finden Sie beim Borreliose und FSME Bund Deutschland.
 
 
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