Fliegen

Häufigste in Häusern vorkommende Art
Stubenfliege (Musca domestica)
Größe7 bis 12 mm
Lebensdauer30 bis 70 Tage
Vermehrung600 bis 1200 Eier; viele Generationen pro Jahr
NahrungsaufnahmeMundwerkzeuge zu Rüssel umgebildet, verflüssigt Nahrung
SchadenÜbertragung von Keimen auf Nahrungsmitteln sowie Verunreinigung durch Eiablage
BekämpfungZur Prävention: Fliegengitter 
Zur gezielten Bekämpfung: Leimfallen und insektizide Fraßköder

Beschreibung

Fliegen gehören systematisch zu der Ordnung der Dipteren (Zweiflügler). Im Gegensatz zu anderen Insekten haben Sie nur ein Flügelpaar. Das hintere Flügelpaar ist keulenartig als sogenannte Halteren ausgebildet, die der Flugstabilisierung dienen. Durch einen speziellen Mechanismus, die indirekte Flugmuskulatur, die die Spannung des Außenskeletts des Insekts ausnutzt, können die Flügel sehr schnell bewegt werden. Dies gibt Fliegen die Möglichkeit zu phantastischen Flugmanövern.

Es gibt mehrere Tausend Fliegenarten. Unter den Fliegen befinden sich die größten Plagegeister für Menschen und Tiere. Auch vom gesundheitlichen Standpunkt aus gesehen sind Fliegen wichtig. Es wurden parasitische Würmer, viele pathogene Keime, wie die Auslöser von Typhus, Cholera, Tuberculose, Milzbrand und Polio, an Fliegen nachgewiesen. Ebenfalls wurden Fliegen als Verbreiter von SARS in Südost-Asien identifiziert. Fliegen haben aber auch im Naturhaushalt einen bedeutenden Stellenwert. Sie dienen als Nahrungsquelle für viele andere Organismen und spielen eine bedeutende Rolle als Blütenbestäuber.

Die Stubenfliege

Die am häufigsten in Häusern vorkommende Art ist die Stubenfliege (Musca domestica). Stubenfliegen sind zwischen 4 und 7,5 mm lang und können von anderen in Häusern vorkommenden Fliegenarten durch die Äderung der Flügel und vier Streifen auf der Unterseite des Hinterleibs unterschieden werden. Die Mundwerkzeuge der Stubenfliegen sind zu einem Rüssel umgebildet, so dass nur flüssige Nahrung aufgenommen werden kann, wobei feste Nahrung durch Speichel verflüssigt wird.

Vorkommen und Vermehrung

Stubenfliegen sind Kosmopoliten. Sie kommen überall dort vor, wo es Menschen gibt; je nach klimatischen Gegebenheiten ganzjährig oder nur in der warmen Jahreszeit. Unter günstigen Bedingungen können sich Stubenfliegen innerhalb von zwei Wochen vom Ei über drei flügellose Larvenstadien (die weißlichen sogenannten Maden) und eine Ruhephase (Verpuppung) zur fertigen Fliege entwickeln. Bedingt durch die kurze Generationendauer haben Fliegen ein enormes Vermehrungspotential. In einem Sommer können sich bis zu zwölf Generationen entwickeln. Ein Weibchen kann während seines Lebens bis zu 500 Eier legen. In einem Gelege befinden sich ca. 50 bis 75 Eier. Abhängig von der Umgebungstemperatur können Stubenfliegen über einen Monat alt werden; im Kühlen überwinternde Fliegen werden jedoch deutlich älter.

Verhalten

Fliegen sind tagaktiv und orientieren sich hauptsächlich mit den Augen, die im Verhältnis zum Kopf sehr groß sind. Dies erlaubt Fliegen einen Rundumblick. Wie bei allen Insekten bestehen die Augen aus vielen kleinen Linsen (Facettenaugen). Das zeitliche Auflösungsvermögen der Augen ist viel größer als bei Wirbeltieren, wodurch auch das Reaktionsvermögen schneller ist. Licht im Wellenbereich von grün und rot übt eine anlockende Wirkung auf Fliegen aus, ebenso der Kontrastbereich zwischen Hell und Dunkel. Auch Licht im ultravioletten Bereich wird wahrgenommen. Anders als z.B. bei Motten, die mit luftgetragenen Signalstoffen (Pheromone) über weite Entfernungen kommunizieren, spielen bei Fliegen chemische Signale nur im Nahbereich eine Rolle. Vielmehr erkunden Fliegen ihre Umgebung auf gut Glück.

Gesundheitliche Bedeutung

Fliegen belästigen nicht nur Menschen und Haustiere sondern sind durch ihre Gewohnheit sowohl auf Speisen als auch auf Abfällen und Fäkalien zu landen Überträger von zum Teil gefährlichen Keimen und Parasiten (siehe oben).

Bekämpfung

In ländlichen Gegenden dient vor allem Mist als Befallsherd. Aber auch Mülleimer und verfaulender Rasenschnitt werden von Fliegen aufgesucht.

Fliegen lassen sich durch verschiedene Maßnahmen bekämpfen. Durch mechanische Barrieren (Fliegengitter) können Fliegen am Eindringen in Gebäude gehindert werden. In Klebefallen lassen sich Fliegen fangen. Dabei wird das natürliche Verhalten der Fliegen ausgenutzt. Da Fliegen dem Licht entgegenstreben, können entweder transparente Klebefallen an Fenstern angebracht werden oder Klebefallen locken durch Form und Farbe Fliegen an. Durch Fraßköder mit einem Lockstoff und einem insektiziden Wirkstoff können Fliegen auch bekämpft werden. Auch hier wird der Lockeffekt durch entsprechende Farben verstärkt. Natürlich kommen bei der Bekämpfung einzelner Plagegeister auch Fliegenklatschen zum Einsatz.

In Ställen finden großflächige Klebefallen, die durch aufgedruckte Formen und Farben anlockend wirken, Anwendung. Auch insektizide Wirkstoffe können großflächig aufgetragen werden. Ebenfalls werden Nützlinge in Ställen zur Bekämpfung benutzt. Die räuberischen Larven der Güllefliegen fressen die Larven der Stubenfliegen.

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